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Bei all dem Ärger, den man als Berliner mit der S-Bahn erlebt, stelle ich mir die Frage, wäre es nicht einfacher zu schreiben: "Alles Mist"?
Es ist tatsächlich so.
Ungezählte Male schon, fuhren die Züge einen anderen Zielbahnhof an, als den, der auf dem Bahnsteig in einem der neuen blauen Displays angezeigt wurde.
Beispiel: Man flitzt die Treppe hoch, sieht die Front des Zuges nicht (wo das Fahrtziel dransteht) sondern muss dem glauben, was im Display steht.
Dazu fehlen oft die Ansagen zum Fahrtziel, oder sie sind kaum zu verstehen.
Züge fallen ohne Ende aus, bzw. kommen so viel zu spät, dass die S-Bahn insgesamt viel Geld sparen würde, würde man auf ausgedruckte Fahrpläne verzichten. Sie sind meist das Papier nicht wert, auf dem sie stehen.
Im Winter drängen sich die Menschen teilweise in so gefährlicher Weise auf den Bahnsteigen, dass es ein Wunder ist, dass dabei noch niemand vor einem Zug gelandet ist.
Auch die Schneeräumung läßt außerhalb des City-Bereiches oft sehr zu wünschen übrig.
Rauchverbot herrscht auf jedem S-Bahnhof - nur wird dieses zum Leidwesen der Nichtraucher nicht durchgesetzt. Im Gegenteil. Auf dem S-Bahnhof Schöneweide z.B. spreche ich immer wieder Mitarbeiter (gut zu erkennen an dem DB-Logo) darauf an, dass das Rauchverbot sicher auch für sie gilt.
Die Bundespolizei macht regelmäßige Kontrollen in der Bahnhofshalle, wo Raucher zur Kasse gebeten werden, wenn sie sich erwischen lassen.
(Auf die Mitarbeiter der Bahn selbst angesprochen, die ungeniert auf dem Bahnsteig rauchen, musste ich mir von der BuPol dumm kommen lassen:
"Das müssen Sie schon uns überlassen!" Also wird kein Uniformträger einen anderen belangen. Auch toll, vor allem aber auch so gerecht...)
Im Berufsverkehr fahren von 8 Wagen teilweise 1 oder sogar 2 ungenutzt.
Die Türen werden verriegelt und mit Aufklebern versehen, die den Fahrgast über die "Türstörung" informieren. Ein Dauerleiden der Berliner S-Bahn.
Das Personal ist teilweise unfreundlich bis zum geht nicht mehr. Auf Fragen bekommt man patzige Antworten.
Mein jüngster Lieblingsfall:
Der Zug mit vier Wagen (4811436) fährt in einen Bahnhof ein. Laut Anzeige soll er am hinteren Ende des Bahnsteiges halten. Der Fahrer grinst frech bei der Einfahrt, und stoppt seinen Zug am vorderen Ende des Bahnsteiges - und erfreut sich am Anblick der vielen Fahrgäste, die nun rennen um vor der Weiterfahrt seinen Zug zu erreichen.
Wie oft habe ich es erlebt, dass ohne Ansage die Türen geschlossen wurden, während Fahrgäste noch beim Einsteigen waren.
Ich selbst hing schon mit meinem Rucksack zwischen den Türen und ich kann mich an eine Frau erinnern, deren Kinderwagen plötzlich eingeklemmt war, wie auch an einen sehr alten Herren, der mit seinem Rollator zwischen den Türen hing.
Schreibt man der S-Bahn wegen solcher Dinge Beschwerdebriefe oder E-Mails,
bekommt man nichts als Ausreden, die das ganz als logisch, normal oder was auch immer darstellen - nur nicht als das, was man als Fahrgast erlebt hat.
Daher kann ich jeden "S-Bahn-Geschädigten" nur zum zivilen Ungehorsam aufrufen. Bei der nächsten Fahrscheinkontrolle sollten alle Fahrgäste einmal geschlossen sagen: "Wegen Verzögerungen im Betriebsablauf zeige ich meinen Fahrschein heute 10 Minuten später vor!"
Denn genau so klingt die Entschuldigung, die inzwischen fast jeder Berliner kennt.
Weil kein Tag vergeht, an dem man auf die S-Bahn wartet und nicht genau diese Worte im Zusammenhang mit Verspätungen oder Ausfällen zu hören bekommt.
Die Hoffnung auf eine Wende in der Führung der S-Bahn habe ich aufgegeben.
Einzig ein Betrieb durch die BVG könnte diese desaströsen Zustände beenden.
So wird die Geschäftsführung der S-Bahn weiter alles aussitzen und die zahlenden Fahrgäste schauen weiter dumm aus der Wäsche.
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