Ja, ich musste mir viel von Kollegen anhören, als ich bekannt gab, ein Medion-Notebook zu kaufen. Jedoch muss ich jetzt im Nachhinein sagen, dass es mir besser ergangen wäre, hätte ich 300 Euro mehr bezahlt und ein Notebook von Herstellern wie Acer oder Dell gekauft.
Wie auch immer. Das Gerät ist super und für den Preis kaum zu schlagen. Ich weiß nun aber auch, wie dieses Geld, dass hier nicht an Medion geht, wieder reingeholt wird.
Nach ca. 3 Monaten wies der Displayrahmen direkt an der Ecke der Scharnieraussparung einen Riss über den ganzen Rahmen auf. Da das Gerät seit dem Kauf nur auf der Schreibtisch stand und auch sonst keine Unfälle hatte, musste es wohl beim Auf- und Zuklappen entstanden sein. Natürlich war ich entsetzt und habe sofort bei Medion angerufen. Diese sagten mir, dass ich ihn zurückschicken sollte, usw. und erwähnten noch kurz einen möglichen Kostenvoranschlag. Das hatte ich aber weitestgehend ignoriert, weil ich es als selbstverständlich ansah, dass ein Notebook, welches nach 3 Monaten einen solchen Mangel aufweist, kostenlos repariert wird.
Weit gefehlt, musste ich feststellen, als ich zwei Wochen später den Kostenvoranschlag von mehr als 100 Euro in den Händen hielt. Dort wurde noch gesagt, dass dieser Mangel aufgrund von falscher Handhabung entstanden ist. Sollte Auf- und Zuklappen falsche Handhabung sein, dann soll Medion keine Notebooks mehr verkaufen.
Dort war ich noch recht zuversichtlich, dass ich das mit einer Email klären könnte, aber in den nächsten 2 Tagen wurde mir so langsam immer mehr Medions Masche klar.
Ich machte in der Email ca. 5 mal klar, dass dieser Riss nicht von mir stammte und wohl beim Auf- und Zuklappen entstanden ist. Das zeigte außerdem deutlich die Stelle. Der Riss mündete quasi direkt in der Ecke der Aussparung. 5 Mal kam dann auch zurück, dass es erneut geprüft wurde und sie bei Ihrer Meinung bleiben.
Schon nach meiner dritten Mail schrieb ich dazu, dass ich es auf dem rechtlichen Wege durchsetzen werde, wenn sie auf ihrer Meinung beharren. Sogar einen Anwalt hatte ich gefragt, welcher mir die Pflicht von Medion erklärt hatte. Doch sie beharrten weiter darauf, dass ich Schuld sei.
Im Internet fand ich dann auch mehrere Leute, welche diesen Riss im Rahmen hatten. Natürlich dasselbe Modell. Da war klar, das ist wohl ein Problemfall.
Alle meine Fragen, Bemühungen, Bitten und Paragraphen hatten nichts bewirkt. Ich forderte eine genaue Schilderung der Prüfung des Sachverhalts, sowie eine Schilderung, wie der Riss entstanden sein soll. Nach dieser Mail kam die dreisteste Antwort, die ich je erlebt hatte. Ich kenne nicht mehr den genauen Wortlaut, aber ich bin mir sicher, dass es irgendwas mit
"Da wir nun alle Fragen ausführlich erötert haben und eine weitere Diskussion zu keinem Ergebnis führend würde, beenden wir die diesbezügliche Korrespondenz. Wir bitten sie deshalb den Betrag bis da und da zu überweisen, da wir das Gerät sonst unrepariert zurückschicken."
war.
Und genau JETZT war der Zeitpunkt gekommen, an dem es mir nicht mehr um die 100 Euro ging, sondern ums Prinzip.
Ich bin Schüler und habe deswegen kein Einkommen. In Deutschland bekommt jeder Hilfe und so holte ich mir einen Beratungshilfeschein im Amtsgericht. Das ist quasi ein Gutschein für einen Anwalt. Leute, die nicht viel verdienen, können diese Gelegenheit nutzen, um sich rechtliche Hilfe einzuholen. Genau das tat ich. Der Anwalt sagte mir, dass er an Medion schreibt und ich warten solle.
Es dauerte genau einen Tag und Medion kam auf mich zu und machte mir ein Angebot, mein Notebook für 15 Euro zu reparieren. Wieso hatte nun plötzlich doch ich Recht? Ich verstand die Welt nicht mehr, nahm aber an, da ich keine Lust mehr auf Streit hatte und mein Notebook brauchte.
Man merkt auch bei meinen Vorrednern, dass Medion nicht mit Kostenvoranschlägen geizt. Kauft man sich ein Gerät bei Medion, dieses geht kaputt und es ist nicht 100% sicher, dass der Fehler bei Medion liegt, ist man in der Masche gefangen. Entweder man bezahlt nun, nimmt das Gerät unrepariert zurück oder man schaltet einen Anwalt ein.
Das Blöde ist, dass der Anwalt meistens mehr kostet als der Kostenvoranschlag, was mir in meinem Falle aber egal war, da das unser gute Staat bezahlt hat. Deswegen bezahlen auch die meisten Leute. Emails werden zwar beantwortet, aber man kann nichts tun. Ich war zwischendurch fast am Verzweifeln.
Ich rate jedem von Medion ab. Die Angebote sind der Hammer, und 300 Euro Unterschied zu gleichwertigen Modellen von Acer und Dell war für mich als Schüler wahnsinnig viel Geld, aber da muss ich sagen, spare ich lieber ein bisschen länger, als in dieser Masche zu hängen.
Für Medion hoffe ich, dass es die 15 Euro wert waren, von mir NIE mehr weiterempfohlen zu werden und bedanke mich, dass ich soviel Erfahrung in Sachen Anwälten und Recht habe sammeln können. Außerdem muss ich dazu sagen, dass die Geschichte meiner Erfahrung mit Medion immer der Renner auf großen Treffen ist. Wie oft musste ich schon "Boar, da kauf ich nie wieder was!" hören.
Ne, mal im Ernst. Einmal und nie wieder.
Mit freundlichen Grüßen
Claus Melvej Ascanius found this review useful
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